Anatomie eines Rahmens

In den vorherigen Kapiteln, haben wir um das System gekümmert. Um die Funktionen und das Zusammenspiels von Rahmen, Tennissaite und Saitenbett. In diesem Kapitel erfahren Sie mehr über den Rahmen eines Tennisschlägers. Nun schauen wir uns die kleinen Bestandteile genauer an. Sie erfahren, welche Bestandteile eines Tennisschlägers welche Auswirkungen auf die Spieleigenschaften haben. Auch wenn es einige hunderte verschiedene Modelle gibt, sind sie immer gleich aufgebaut. Die folgende Abbildung zeigt alle Begrifflichkeiten eines Tennisschlägers.

Kopfgröße

 

Theoretisch könnte der Schlägerkopf nur etwas größer sein, als der Tennisball und man könnte damit immer noch spielen. Beim Golf oder Baseball ist es genauso. Der Golfschläger sowie der Baseballschläger sind nicht arg viel größer als der Ball selbst. Der Unterschied zum Tennis liegt jedoch darin, dass zwei Spieler auf dem Platz stehen und die Bälle von der einen zur anderen Seite geschlagen werden. Wenn bei jedem Schlag der Ball verfehlt werden würde, wäre das für die Zuschauer nicht allzu interessant und für die Spieler noch weitaus frustrierender. Im Tennis sollte der Kopf des Tennisschlägers deshalb doch etwas größer sein als der Tennisball.

Professionelle Tennisspieler treffen neun von zehn Bällen inmitten des Saitenbetts. Sie brauchen daher keine sehr große Schlagfläche, vergleichsweise mit jemandem, der erst gestern mit dem Tennis begonnen hat. Eine große Schlagfläche hilft letzteren, den Tennisball vom Rahmen entfernt zu halten. Ist ein Tennisspieler sehr treffsicher profitiert er jedoch von einem Tennisschläger mit einem kleinen Schlägerkopf. Dieser ist gut manövrierbar und ein Muss um bei der hohen Spielgeschwindigkeit noch rechtzeitig an jedem Ball zu sein.

Abbildung:
Die Kopfgröße beschreibt die gesamte Schlagfläche des Tennisschlägers. 

Wenn sich der Schläger in der Hand dreht

Trifft ein Tennisspieler den Ball nicht sauber, so will sich der Tennisschläger in der Hand drehen. Der Effekt wird als Dreh-Effekt beschrieben. Dieser wirkt immer dann, wenn der Ball weiter links oder weiter rechts von der Rotationsachse getroffen wird.

Abbildung:

Die Rotationsachse verläuft mittig auf einem Tennisschläger.

Wird ein Ball sauber in der Mitte, also exakt auf der Rotationsachse getroffen, wird sich der Schläger nicht drehen. Bei einem nicht sauber getroffenen Ball wiederum wird sich der Tennisschläger exakt um diese Achse drehen. Der Effekt verstärkt sich zum einen, je weiter der Tennisball von der Rotationsachse entfernt getroffen wird. Die Ursache ist, dass mehr Gewicht nach Außen verteilt ist, da der Rahmen das meiste Gewicht des Tennisschlägers beherbergt. Wird der Ball in Rahmennähe getroffen, drückt der Ball mehr Masse und der Dreh-Effekt verstärkt sich. Ein kleiner Schlägerkopf wird sich zusätzlich leichter drehen als ein großer Schlägerkopf. Der Rahmen mit kleinerem Kopf ist gleich schwer, als ein Tennisschläger mit großem Kopf. So ist mehr Gewicht zur Rotationsachse hin verteilt. Ist das Gewicht näher an der Rotationsachse verteilt, so wird sich dieser stärker drehen. Warum das so ist, kann einfach durch den Pirouetten-Effekt verdeutlicht werden. Eiskunstläufer machen sich den Pirouetten-Effekt, für die Pirouetten zunutze. Das ausgestrecktes freie Bein und die Arme werden zum Körper hin angelegt. Dadurch wird mehr Masse zur Rotationsachse hin verlagert, was zur Folge hat, dass sich der Eiskunstläufer schneller dreht. Es ist dasselbe Prinzip wie bei einem kleinen Schlägerkopf.

Wie lässt sich der Dreh-Effekt minimieren?

Sie wissen bereits, dass bei einem größeren Schlägerkopf der Dreh-Effekt kleiner ist. Daher wird dieser Schläger gerade für Anfänger empfohlen. Der Dreh-Effekt kann zusätzlich verringert werden, in dem zusätzliche Gewichte an dem Tennisschläger angebracht werden. Gewichte lassen sich in Form von Bleibändern Grammgenau anpassen und sind in jedem Fachhandel oder Onlineshop zu finden. Die Gewichte müssen dabei so weit wie möglich von der Rotationsachse entfernt am Tennisschläger angebracht werden, auf 3 und 9 Uhr. Ebenso kann der Dreheffekt durch die Anpassung des Saitenbetts abgeschwächt werden. Durch ein härteres Saitenbett hat der Tennisball eine kürzere Kontaktzeit und kann deshalb weniger Kraft auf den Tennisschläger übertragen.

Klassensystem

Abbildung:

Vergleich der unterschiedlichen Kopfgrößen.

Die Kopfgröße bezeichnet die Oberfläche der Schlagfläche. Es ist ein Flächenmaß, das in cm2 (Quadratzentimeter) angegeben wird. Findet man die Angabe inch2 (Sqaure Inch), so ist das die amerikanische Maßeinheit. Für einen besseren Überblick, wurden die vielen unterschiedlichen Größen in vier Klassen eingeteilt. Diese finden Sie in der nachfolgenden Tabelle. Üblich davon sind die ersten drei Klassen, wobei die Klasse Super Oversize nicht allzu gängig ist. Doch auch wenn sie eine Sondergröße darstellt, so gibt es auch in dieser Klasse einige Modelle aus denen ausgewählt werden können. Die häufigsten Schlägerkopfgrößen bewegen sich jedoch um die 630 cm², was der Klasse Midplus entspricht.

Gewicht & Balance

 

Tabelle:

Klassensystem der Kopfgröße.

Bei dem Gewicht eines Tennisschlägers gibt es verschiedene Auswahlmöglichkeiten. Es kann nicht nur aus dem Gesamtgewicht ausgewählt werden, sondern auch es gibt auch noch andere Auswahlmöglichkeiten, die die Spielweise eines Tennisschlägers beeinflussen. Schaut man wieder zu anderen Ballsportarten, so sind die Schläger deutlich schwerer als beim Tennis. Ein Baseballschläger hat zum Beispiel ein Gewicht von einem Kilogramm. Es wäre möglich, auch einen Tennisschläger mit einem Gewicht von einem Kilogramm zu spielen. Allerdings muss beim Tennis der Schläger über den Platz getragen werden. Beim Tennis ist jede Sekunde entscheidend, um noch rechtzeitig an jedem Ball zu sein. Es stellt sich daher folgendes Problem. Hat ein Tennisspieler einen schweren Tennisschläger, kann er diesen nicht mehr so gut auf dem Platz manövrieren. Ein schwerer Tennisschläger scheint aber viele Vorteile zu haben. Es gilt also, den Tennisschläger so schwer wie möglich zu machen, aber nur so schwer, dass er noch gut zu spielen ist. Es gibt nicht nur das Gesamtgewicht Bei dem Gewicht eines Tennisschlägers kommt es nicht nur auf das Gesamtgewicht darauf an. Es kommt vor allem darauf an, wie das Gewicht im Tennisschläger verteilt ist. Deshalb werden folgende drei Gewichte genauer betrachtet:

  • Gesamtgewicht

  • Balance (Wie ist das Gewicht im Schläger verteilt)

  • Schwunggewicht (Wie verhält sich der Schläger beim Schwingen)

Auch wenn wir von Gewichten reden, ist strenggenommen das Gesamtgewicht die Masse des Tennisschlägers. In der Physik wird dies streng unterschieden. Denn das Gewicht beschreibt, wie stark ein Körper durch die Erdanziehung nach unten gezogen wird. Das Gewicht hängt damit von der Erdanziehung ab, während die Masse eines Körpers überall gleich ist. Das Schwunggewicht ist kein Gewicht oder Masse in diesem Sinn. Es ist ein Trägheitsmoment, das beschreibt, wie sich ein Körper verhält, wenn dieser in Bewegung versetzt wird.

Gesamtgewicht

Das Gesamtgewicht kann nur dann gefühlt werden, wenn der Tennisschläger vertikal zum Boden gehalten wird. Das Gesamtgewicht beeinflusst direkt den Energiefluss zwischen dem Tennisschläger und dem Ball. Bei jedem Aufprall rotieren und vibriert der Tennisschläger und möchte sich in der Hand drehen. Je größer das Gewicht ist, desto weniger werden sich diese Dinge ereignen. Stellen Sie sich einen sehr schweren Tennisschläger vor. Trifft der 58,5 g schwere Tennisball auf, so kann dieser nicht genug Kraft ausüben, um den Tennisschläger deutlich zu beeinflussen. Ist der Tennisschläger wiederum sehr leicht, so sorgt der Tennisball dafür, dass der Tennisschläger stark beeinflusst wird. Und umso weniger sich diese Dinge ereignen, kann mehr Energie wird in den Ball zurückgegeben werden. Das bedeutet mehr Power, aber auch immer eine bessere Kontrolle.

Abbildung:

Das Gesamtgewicht kann nur in einer vertikalen Position des Tennisschlägers gespürt werden.

Hautpsache ein schwerer Tennisschläger?

Nun könnte behauptet werden, dass ein Tennisschläger einfach so schwer wie möglich sein sollte. Bei den Tennisstars ist der Tennisschläger tatsächlich deutlich schwerer, als die käuflich zu erhaltenden Modelle. Es sind Spezialanfertigungen, die meist 50 Gramm oder noch schwerer sind. Bei dem Gewicht gibt es nur eine Krux. Denn der schwerere Tennisschläger muss auch schnell beschleunigt werden, um eine höhere Ballbeschleunigung zu erhalten. Tennisstars sind Top-Athleten, die auch den deutlich schwereren Tennisschläger ausreichend schnell schwingen können. Bei einem untrainierten Tennisspieler stellt sich das Problem, dass ein zu schwerer Tennissschläger nicht mehr schnell genug geschwungen werden kann und so der Schläger nicht mehr gut zu spielen ist. Für Schläge die keine hohe Schlägergeschwindigkeit benötigen, wie ein Volley, würde die höhere Rebound Power, bedingt durch das schwerere Gewicht, auch für eine höhere Ballbeschleunigung sorgen. Das wurde bereits ausführlich beschrieben. Doch bei Schlägen, wo eine hohe Schlägergeschwindigkeit erforderlich ist, wie bei einem Aufschlag oder einem Grundschlag, würde ein höheres Gewicht für eine weniger schnelle Schlägergeschwindigkeit sorgen und so den Ball nicht so stark beschleunigen. Für langsame Schwünge ist also die Rebound Power sehr wichtig. Die Auswahl des Schlägergewichts muss also unter Berücksichtigung des eigenen Spielstils getroffen werden. Auch wenn die zuvor erwähnten Faktoren Berücksichtigung finden müssen, finden sie womöglich nicht in dem Ausmaß statt, wie meistens angenommen. Denn ein Mehrgewicht für nicht zu einer drastischen Verlangsamung der Schwunggeschwindigkeit. Das ist so vor allem aus folgenden drei Gründen:

  • Ein Tennisspieler kann den Tennisschläger immer schneller schwingen.

  • In der Praxis wurde herausgefunden, dass ein Mehrgewicht zu einer geringen Verlangsamung führen.

  • Die langsamere Schlägerbewegung hebt sich zu einem gewissen Maße durch höhere Rebound Power teilweise auf.

Ein Mehrgewicht verlangsamt die Schlagerbewegung nicht erheblich. Vor allem in der Hinsicht, dass das Schwerste was beschleunigt werden muss, der eigene Arm ist. Ein Arm wiegt etwa 2 Kilogramm, der Tennisschläger lediglich ca. 300 Gramm. Der Arm ist deutlich schwerer. Würde ein Tennisschläger 20 Gramm schwerer sein, würde sich das Verhältnis nicht drastisch verändern. Auch das Verhältnis zwischen Tennisschläger und Tennisball ist groß. Ein Tennisschläger wiegt etwa das 5-fache eines Tennisballs. Wird der Schläger um 10 Gramm schwerer, so verändert sich das Verhältnis nicht maßgebend. Eine Steigerung des Schlägergewichts um etwa 30 % bringt so nur gerade einmal ca. 5 % mehr Power. Aber auch ein zu leichter Tennisschläger bringt nicht die gewünschten Ereignisse. Reduziert sich das Schlägergewicht um die Hälfte, so kann er nicht doppelt so schnell geschwungen werden. Denn der Arm muss wieder mit-beschleunigt werden.

Die Balance

Anders wie bei dem Gesamtgewicht geht es bei der Balance darum, wie das Gesamtgewicht im Rahmen verteilt ist. Die Gewichtsverteilung wird dann gefühlt, wenn der Tennisschläger waagerecht zum Boden gehalten wird. Wie sie wahrscheinlich vermuten, ist es das Gewicht, das entscheidender ist. Denn beim Spielen halten Sie Ihren Tennisschläger genau so.

Abbildung:

Die Balance eines Tennisschläger wird in horizontaler Position gefühlt.

Der Balancepoint

Der Balanceppoint wird in Millimeter angegeben. Er wird vom Griff aus gemessen, bis zu dem Punkt, an dem der Gewichtsschwerpunkt liegt.

Ist mehr Gewicht zum Kopf hin verteilt, fühlt sich der Tennisschläger deutlich schwerer an. Ist mehr Gewicht zum Griff verteilt, fühlt der Schläger sich leichter in der Hand an. Aufgrund der Gewichtsverteilung zum Griff oder Kopf hin, spricht man von grifflastigen oder von kopflastigen Tennisschläger.

Abbildung:

Der Balancepoint wird vom Griffende aus gemessen und in Millimeter angegeben.

Kopflastige Tennisschläger

Kopflastige Tennisschläger haben einen Balancepoint von 330 mm oder mehr. Wenn mehr Gewicht hin zum Kopf verteilt ist, erhält man ein höheres Schwunggewicht. Dies wird im nächsten Abschnitt beschrieben. Ein kopflastiger Tennisschläger bietet durch das höhere Schwunggewicht mehr Power. Das Gesamtgewicht kann trotz des hohen Balancepoint gering sein. Allerdings bieten sie immer auch weniger Kontrolle, da das Gewicht weiter weg vom Griff verlagert ist und so der Tennisschläger schwerer zu kontrollieren ist.

Grifflastige Tennisschläger

Grifflastige Tennisschläger haben einen Balancepoint von weniger als 330 mm. Hier ist mehr Gewicht hin zum Griff verteilt. Durch das mehr Gewicht im Griffbereich, hat ein Tennisspieler eine bessere Kontrolle über den Tennisschläger. Dabei ist aber bei gleicher Schwungbewegung die resultierende Ballbeschleunigung geringer.

Das Schwunggewicht

Ein Tennisschläger kann ein unterschiedliches Gesamtgewicht haben. Je nachdem wie das Gesamtgewicht verteilt ist, kann ein Rahmen mit gleichem Gesamtgewicht einen unterschiedlichen Balancepoint haben. Nun kommt noch ein weiteres wichtiges Gewicht hinzu, das darüber entscheidet, wie sich der Schläger beim Spielen anfühlt. Streng genommen handelt es sich nicht um ein Gewicht sondern um ein Trägheitsmoment. Im Abschnitt zurvor wurde der Balancepunkt behandelt. Grundsätzlich kann gesagt werden, je Kopflastiger ein Tennisschläger ist, desto größer ist das Schwunggewicht. Allerdings gibt dies noch nicht ausreichend Auskunft über das Schwunggewicht. In der nebenstehenden Abbildung sehen Sie, dass auch bei gleichen Gesamtgewicht und gleichem Balancepunkt ein Tennisschläger ein unterschiedliches Schwunggewicht haben kann. Verinnerlichen Sie die nebenstehende Abbildung. Sie gibt einen guten Überblick über den Zusammenhang zwischen Gesamtgewicht, Balancepunkt und dem Schwunggewicht.

Länge

 

Bei der Länge eines Tennisschlägers gibt es nicht allzu viele Auswahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Marken und Modellen. Eine Zielgruppe muss aber ein besonderes Augenmerk darauf legen. Ein längerer Schlägerrahmen bietet mehr Reichweite. Bei Grundschläger oder auch beim Aufschlag kann dies von Vorteil sein. Durch den längeren Tennisschläger erhält ein Tennisspieler einen günstigeren Winkel. Die Länge beeinflusst zudem den Sweetspot eines Tennisschlägers. Durch den längeren Tennisschläger verlagert sich der Sweetspot um einige Millimeter als bei einem Modell mit Standardlänge.

Als Länge eines Tennisschlägers bezeichnet man die Abmessung der längsten Strecke eines Rahmens inklusive dem Griff. Die meisten Rahmen sind jedoch nicht sehr unterschiedlich in der Länge und variieren zwischen 68,5 oder 69 Zentimeter. Rahmen die von der Normallänge abweichen werden auch Longbody genannt.

Abbildung:

Gesamtlänge eines Tennisschlägers.

Spielbarkeit

Ein Vorteil in Bezug auf die Spielbarkeit ist, dass mit einem längeren Modell Bälle erreicht werden können, die mit einem normalen Modell verloren sind. Ein längerer Schläger bedeutet auch immer insgesamt mehr Power. Denn der Ball kann weiter oben auf dem Saitenbett getroffen werden. Und weiter oben ist die resultierende Ballgeschwindigkeit höher. Die meisten längeren Modelle sind dabei auch nicht deutlich schwerer und bieten dadurch trotz der Länge eine gute Manövrierbarkeit. Ein längeres Modell sollte aber nur in Betracht gezogen werden, wenn die Körpergröße entsprechend groß ist.

Längen für Kinder

Während es bei Tennisschlägern für Erwachsene viele Faktoren zur Auswahl gibt, ist bei Kindern ein Faktor der entscheidende: Die Schlägerlänge. Kinder sollten nicht mit einem Erwachsenenschläger beginnen. Sie sollten einen Kindergerechten Tennisschläger spielen, damit ihnen der Best mögliche Einstieg gewährt wird um sie in den Sport des Tennis einzuführen. Die Schlägerlänge richtet sich dabei nach der Körpergröße des Kindes. Der Tennisschläger hat die ideale Länge, wenn der Tennisschläger nach unten zeigend in der Hand gehalten wird und er sich in der Nähe des Fußgelenkes befindet ohne dabei den Boden zu berühren. Der Hintergrund ist, dass der Schläger vernünftig manövriert werden kann und dabei nicht den Boden berührt.

 

Rahmenhärte

Der Rahmen eines Tennisschlägers kann flexibel sein oder weniger flexibel. Das geschieht durch die Auswahl unterschiedlicher Materialien und durch die Bauweise des Tennisschlägers. Die Rahmenhärte eines Tennisschlägers gibt an, wie sehr dieser bei Krafteinwirkungen nachgibt. Die Holzschläger waren dabei noch weit aus elastischer als die heutigen Tennisschläger. Durch neue Materialien war es möglich, die Tennisschläger mit geringerem Gewicht zu produzieren. Durch das geringere Gewicht, mussten aber auch die Rahmen stärker werden, damit sie den Belastungen im Tennis standhalten können. Oft wird angenommen, dass ein flexibler Rahmen für mehr Ballbeschleunigung sorgt. Der flexible Rahmen würde sich dabei mehr Biegen, und somit die Rebound Power unterstützen. Allerdings wissen wir bereits, dass der Tennisball gerade einmal 5 Millisekunden auf dem Saitenbett verweilt. Der Rahmen aber, braucht länger um in seine ursprüngliche Position zurückzugelangen. Bei der Biegung nimmt der Rahmen Energie auf, die in thermische Energie umgewandelt wird. Diese Energie kann dann nicht mehr an den Tennisball zurückgegeben werden. Ein flexibler Rahmen sorgt somit immer für weniger Power. Ein nicht flexibler Rahmen wird sich daher nicht biegen, so wird weniger Energie verbraucht und wiederum mehr an den Ball zurückgegeben. Die Härte des Rahmens wird auf einer RA Skala angegeben, die Werte von 0 bis 100 umfasst. Die Rahmen bewegen sich in Werten von 55 bis 80. Umso kleiner der Wert ist, desto flexibler ist ein Rahmen. Ein RA-Wert von 100 würde bedeuten, dass ein Rahmen unter einer Belastung gar nicht nachgeben würde. Der Wert wird gemessen, in dem der Rahmen in eine Vorrichtung gespannt wird, und dabei belastet wird. Je weiter sich der Rahmen durchbiegt, desto geringer Fallen die Werte aus. Eine Kritik an dieser Testmethode ist, dass der Rahmen an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich Hart ist. Das ist bedingt durch die Geometrie eines Tennisschlägers. Die Hersteller können zudem die Wandstärke variieren, wodurch sich der Rahmen unterschiedlich flexibel ist.

Spieleigenschaften

Tennisschläger mit einem hohen RA Wert generieren mehr Power. Ein Nachteil dieser Modelle ist jedoch die Armschonung. Durch die Härte sind die Belastungen auf den Arm höher.

Rahmenprofil – Höhe des Rahmens

Die Höhe des Rahmens variiert und wirkt sich auf die Steifigkeit des Rahmens aus. Schwerere Schläger haben eine geringere Rahmenhöhe von 20 bis 23 Millimeter, sie sind flexibler und erzeugen dadurch weniger Kraft. Die leichteren Schläger hingegen sind durch höhere Profile und damit eine größere Steifigkeit und können so positiv auf die Ballbeschleunigung einwirken. Die Rahmenhöhe ist die Höhe oder Dicke vom Rahmen des Tennisschlägers. Sie wird in Millimeter angegeben. Es gilt, umso dünner ein Tennisschläger, desto flexibler ist der Tennisschläger.

 

Saitenbild

Das Saitenbild beschreibt das Verhältnis der Quer– und Längssaiten eines Tennisschlägers. Es sollte aber nicht mit dem Begriff Saitenbett verwechselt werden. Denn das Saitenbild beschreibt das exakte Verhältnis, während das Saitenbett lediglich die Tennissaiten eingewoben in den Schlägerrahmen beschreiben. Hat ein Schlägerrahmen ein Saitenbild von 16 x 18, besitzt er 16 Längssaiten und 18 Quersaiten. Die Saitenbilder der meisten Tennisschläger haben 16 x 19. Es gibt jedoch die unterschiedlichsten Saitenbilder, wie in nebenstehender Tabelle gelistet. Die Anzahl der Saiten in einem Rahmen bestimmt direkt die Härte des Saitenbetts. Besitzt ein Rahmen nur wenige Quer- und Längssaiten, hat der Tennisschläger ein insgesamt weicheres Saitenbett, als es bei einem Rahmen der Fall wäre, wenn er ein geschlossenes Saitenbett besitzt.

Abbildung:

Geschlossenes oder offenes Saitenbild.

Bei einem Tennisschläge mit einem geschlossenen Saitenbett sind die abstände zwischen den Saiten geringer. Es sorgr dafür, dass die Kontrolle eines Tennisschlägers besser ist. Bei einem Ballaufprall werden mehr tennissaiten berührt und somit die Kraft auf mehrere Saiten aufgeteilt.

Offenes Saitenbild

Ein offenes Saitenbild liegt dann vor, wenn die Abstände zwischen den einzelnen Saiten relativ groß sind. Ein Rahmen mit einem offenen Saitenbild hat somit weniger Längs- und Quersaiten, als ein Tennisschläger mit einem geschlossenen Saitenbild. Jedoch muss dies auch immer in Bezug auf die Kopfgröße betrachtet werden. Denn bei gleichem Saitenbild sind die Abstände zwischen den Saiten bei einem großen Schlägerkopf ebenfalls größer. Ein offenes Saitenbild sorgt somit für ein weicheres Saitenbett, was wiederum für mehr Power sorgt.

Geschlossenes Saitenbild
 
Snap-Back

Ein weiterer Aspekt der immer wieder in Hinsicht des Saitenbetts disktutiert wird, ist der Snap-Back. Bei einem Schlag trifft der Ball auf dem Saitenbett auf und kommt dabei mit einer bestimmten Anzahl von Tennissaiten in Kontakt. Hat ein Tennisschläger ein offenes Saitenbild, kommt der Ball mit weniger Saiten in Kontakt. Die Quersaiten verschieben sich dabei und reiben sich an den Längssaiten. Nachdem die Saiten sich verschoben haben, springen sie wieder in die Ausgangssituation zurück. Sie schnappen zurück. Der Effekt wird daher als Snap-Back bezeichnet. Besitzt ein Tennisschläger ein offenes Saitenbild, so reiben sich weniger Tennissaiten und der Snap- Back effekt ist höher, wodurch auch der resultierende Spin des Tennisball höher ist.

Der Griff

Bei dem Griff ist die Auswahl nicht sehr kompliziert. Der Griff muss zu Ihrer Hand passen. Ein zu kleiner oder zu großer Griff führt zu vielerlei Problemen. Jede Hand ist unterschiedlich groß und erfordert die richtige Größe. Bei einem zu großen Griff muss zu viel Kraft aufgewendet werden, um den Tennisschläger nicht aus der Hand zu verlieren. Das führt schnell zur Übermüdung der Muskulatur und der Arm beginnt zu Schmerzen. Bei einem zu kleinen Griff gilt dasselbe. Auch hier muss zu viel Kraft aufgewendet werden, um den Schläger noch in der Hand halten zu können. Es gilt zudem, dass bei einem falschen Griff die Technik leidet.

Die richtige Griffstärke

Der Schlägergriff muss also zu Ihrer Hand passen. Die unterschiedlichen Griffgrößen sind von der englischen Maßeinheit abgeleitet. Die Grifgröße L1 meint daher den Umfang 4 1/8 Inch, was 105 mm entspricht.

Das Griffband

Ein Griffband ist nicht nur Kosmetik. Es sorgt dafür, dass die Reibung zwischen dem Griff und der Handfläche stets hoch ist, dass der Schläger in der Hand bleibt. Ist das Griffband abgenutzt ist die Reibung zu gering und es muss zuviel Kraft aufgewendet werden. Wen Ihre Hände stark schwitzen, empfiehlt es sich auch, während den Seitenwechseln die Hände gut zu trocknen. Sobald das Griffband feucht wird, ist die Reibung nicht mehr so hoch und es muss wieder zu viel Kraft aufgewendet werden, um den Tennisschläger nicht aus der Hand zu verlieren.

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