Eine kurze Geschichte des Tennisschlägers

Aktualisiert: 7. Mai 2019

Verwunderlich mag sein, dass der Tennisschläger und die Tennissaite nicht genauso alt sind wie das Tennis selbst. Entstanden ist das Tennis im 13. Jahrhundert. Der Vorläufer unseres heutigen Tennis hieß „jeu de paume“ (französisch für „Spiel mit der Handfläche“). Anfänglich wurde es nämlich mit der Hand gespielt. Zum Schutz der Hand wurden gelegentlich Handschuhe getragen. Wenn man so möchte, war also der Handschuh, das erste offizielle Tennis-Equipment der Geschichte. Vergleichsweise später begann die Ära der ersten Tennisschläger, was etwa im 15. Jahrhundert war. Zu der Zeit waren diese noch massiv aus Holz gefertigt und mit Pergament (Tierhäute) bespannt.


Für die ersten richtigen Besaitungen wurden Darmsaiten verwendet. Ein Mythos darüber hat sich bis heute gehalten. Wurden die ersten Tennisschläger mit Katzendarm bespannt? Um es direkt aufzulösen, dem ist natürlich nicht so. Das wurde einst geglaubt, weil es mit der Meinung zusammenhängt, dass Katzen zäh seien. Doch es ist wohl durch einige Übersetzungen einfach falsch verstanden worden. So ist aus einer frühen Bezeichnung für das Tennis Ceatspel mehrere Formen wie zum Beispiel das Wort Katzenspil entstanden. Die ersten naturdarmbesaitungen waren aus Schaf– oder Ziegendarm. Das stellte bereits 1533 ein Franzose namens Rebelais fest.


Das Tennis, wie wir es heute kennen, wurde im Jahr 1874 von Major Walter C. Wingfield ins Leben gerufen. Er hat das Tennis raus in die Natur verbannt und damit einen riesigen Erfolg gefeiert.


So entwickelte sich nicht nur das Tennis, sondern ebenfalls die Tennisschläger. Auch bei den Holzschlägern gab es enorme Weiterentwicklungen. Die Holzschläger, so wie wir sie heute unter anderem als Wandschmuck kennen, kamen jedoch erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die größte Änderung bei den Holzschlägern kam mit der Mehrschichtbauweise. Auch wenn diese schon einige Jahrzehnte davor bekannt war, zum Beispiel aus dem Möbelbau, wurden Holzrahmen erst um die Jahre 1930 im selbigen Verfahren gebaut. Das erste Modell war der Dunlop Maxply. Die Mehrschichtbauweise hatte dabei im wesentlichen zwei Vorteile. Sie waren stabiler und einfacher zu fertigen.


Doch den größten Fortschritt gab es im letzten Jahrhundert: Neue Materialien, neue Technologien, neue Fertigungsverfahren. Schon im Jahr 1922 wurde der erste Rahmen aus Stahl präsentiert; das Dayton Steel Racquet. Eine Firma, gegründet in Ohio/USA, sorgte mit diesem Modell für Furore. Auch hier dauerte es noch weitere 40 Jahre bis ein anderes Modell aus Stahl den Marktdurchbruch schaffte. Um 1960 entwickelte René Lacoste ein Tennisschläger ebenfalls aus Stahl. Die Besonderheit bei diesem Modell lag darin, dass die Tennissaiten von einem Drahtseil gehalten wurden, der den Schlägerrahmen umlief. Sechs Jahre später verkaufte Lacoste eine Lizenz zur Produktion des Stahlrahmens an die Firma Wilson. Das Modell Wilson T2000 war geboren. Jimmy Connors gewann mit diesem Modell zweimal Wimbeldon,im Jahr 1974 und 1982. Die Siegesserie des Holzschlägers schien damit endgültig beendet zu sein. Nach diesem Erfolg mischten sich auch schnell andere Hersteller auf den Markt. Denn Schläger aus Metall ließen sich noch günstiger und noch einfacher herstellen.


Tennisschläger von Heute

Die Massenherstellung von Tennisschläger begann mit der Einführung der Verbundwerkstoffe. Die Entwicklung der Kohlenstofffaser, als Carbon bekannt, hat den gesamten Fortschritt nochmals angekurbelt. Heute sind nahezu alle erhältlichen Schlägerrahmen aus Kohlefaser gefertigt. So beschreibt ein Patent aus dem Jahr 1978 die Herstellung eines Schlägerrahmens im Spritzgussverfahren. Dieses wurde von F. W. Popplewell und W. Saffron eingereicht, die seinerzeit bei Dunlop angestellt waren. So ist der erste Rahmen aus Carbon, der Dunlop Max 200 G, entstanden. Das berühmte Modell von Steffi Graf und John McEnroe. Beide feierten damit große Erfolge.


Die neuen Materialien lassen eine deutlich leichtere Bauweise zu, bei einer zugleich höheren Stabilität. Das macht es möglich, den Schlägerkopf größer zu bauen, und dadurch weder in der Stabilität noch in dem Gewicht signifikante Auswirkungen zu erhalten. Die heutigen Modelle sind daher leichter und haben eine nahezu doppelt so große Schlagfläche, als es noch zu den Zeiten der Holzschläger vorzufinden war. Aber vor allem durch die Steifigkeit der neuen Materialien, kann ein heutiger Tennisschläger deutlich mehr Power generieren. Das Tennis ist auch speziell dadurch in den letzten Jahren immer schneller geworden. Aber das mag nicht nur ein Segen für das Tennis und hauptsächlich für die Tennisspieler sein. Denn gerade die leichteren Tennisschläger mit der Einführung um die 1970 Jahre werden heute für die Häufung der Armprobleme verantwortlich gemacht.


In unserem WIKI erfahren Sie mehr über alle Eigenschaften des Schläger-Rahmens.

links: Dunlop Maxply mitte: Wilson T2000 rechts: Dunlop Max 200 G

8 Ansichten
  • Instagram
  • Facebook

© 2019 Dr. Racket

Newsletter

Verpasse keine Informationen mehr, die Dich weiterbringen.