Besaitungsvorgang

Ist die perfekte Kombination von Schlägerrahmen und Tennissaite gefunden, muss die Tennissaite noch in den Rahmen. Das passiert im Besaitungsvorgang. Dazu werden die einzelnen Saiten in den Rahmen eingezogen und jede einzelne Saite auf die gewünschte Spannung gebracht. Zuerst werden die Längssaiten eingezogen. Dabei wird in der Mitte begonnen und jeweils schrittweise Saiten nach links und rechts besaitet. Es kommen dabei spezielle Besaitungsmaschinen zum Einsatz. Es gibt sehr einfache und preisgünstige Einsteigermodelle, bis hin zu Profimaschinen im mehrstelligen Bereich. Verschiedene Typen sind

  • Mechanische Maschinen mit Ratschensystem

  • Mechanische Maschinen mit Kurbelsystem

  • Elektronische Maschinen

Je nach Maschine wird die Tennissaite entweder mechanisch oder mit einem Motor auf ein bestimmtes Gewicht gezogen. Ist die Tennissaite auf die gewünschte Spannung gebracht, wird sie mit Hilfe einer Zange gehalten, um so immer zwei Fixierpunkte zu erhalten. Je nach Besaitungsmuster, kann ein Tennisschläger mit einem Stück Tennissaite besaitet werden, in dem zum Beispiel das Around the World Verfahren angewendet wird oder die Tennissaite wird in zwei Stücken besaitet, zuerst die Längs, dann die Quersaiten. Je nach Besaitungsbild und Empfehlungen des Herstellers müssen unterschiedlich viele Tennissaiten eingewoben und auf Spannung gebracht werden. Bei einem 16 x 19 Saitenbild geschieht dies 35 Mal. Für einen Tennisschläger benötigt daher ein Besaiter je nach Geübtheit und Maschine ca. 30 – 50 Minuten.

Wann muss eine Tennissaite erneuert werden?

Bei diesen Ereignissen ist es unbestreitbar, wann die Tennissaiten erneuert werden soll:

  • Wenn die Tennissaite gerissen ist (Beachten Sie, dass alle Saiten sofort aus dem Rahmen geschnitten werden müssen)

  • Nach einer langen Spielpause, wenn der Tennisschläger lange Zeit in der Ecke gelegen hat

  • Wenn sich die Spieleigenschaften spürbar ändern

Gerade weil der Tennissaite noch nicht die Beachtung geschenkt wird, die sie eigentlich bekommen sollte, wird die Tennissaite oft nur in diesen Extremsituationen geändert. Sie haben bereits schon gehört, dass die Tennissaite nicht erst dann erneuert werden soll, wenn Sie gerissen ist.

Ab wann Sie Ihren Schläger neu besaiten sollen.

Die Tennissaite ist das Verschleißteil des Tennisschlägers. Während ein Schlägerrahmen mit der richtigen Pflege Jahre halten kann, sind die Tennissaiten nicht auf Dauer haltbar. Sie sind anfänglich elastisch und werden mit der Zeit hart, sie verlieren an Elastizität. Je nach Tennissaite und der gewählten Besaitungshärte einmal schneller oder weniger schneller.

Daher gilt: Die Besaitung muss öfters erneuert werden. Den sich verändernden Eigenschaften kann effektiv entgegengewirkt werden. Dabei sollte die Tennissaite nicht erst dann erneuert werden, wenn die Saite gerissen ist. Das Reißen der Saite ist der schlimmste Fall der eintreten kann. Bis dahin hat die Tennissaite schon längst alle guten Spieleigenschaften verloren. Ein Tennisschläger sollte daher regelmäßig neu besaitet werden. Nur dann hat ein Tennisspieler das richtige Werkzeug um nachhaltig gutes Tennis zu spielen. Es stellt sich die Frage, ab welchem Zeitpunkt die Tennissaite erneuert werden soll?

Grundsätzlich gilt: Je öfter oder länger mit einem Tennisschläger gespielt wird, desto öfters muss die Besaitung erneuert werden. Das Problem dabei ist, das dies so lange getrieben werden kann, wie es bei den Profis zu beobachten ist. Schaut man ein Grand Slam Finale an, so wird der Tennisschläger in einem einzigen Match oft mehrfach gewechselt (aufgrund der Besaitung).

Als Richtwert liest man oft folgende Regel: Beiseite deinen Tennisschläger so oft pro Saison Neu, wie viele Tage du pro Woche auf dem Platz stehst.

Als grober Richtwert kann diese Regel hergenommen werden. Sie ist aber ungenau, denn sie berücksichtigt nicht die tatsächliche Spieldauer, die Maßgeblich ist. Ein Tennisspieler kann 2 Mal in der Woche 6 Stunden Tennis spielen oder 3 Mal die Woche nur 3 Stunden. Weiter findet man öfters einen Richtwert der besagt, dass die Besaitung ca. alle 15 – 30 Spielstunden erneuert werden soll. Dieser Richtwert ist besser, denn er trifft eine genaue Aussage über die tatsächliche Spieldauer. Das Problem ist ein anderes. Kaum einer führt Buch, zu welcher Stunde er auf dem Platz gestanden hat. Der einzige und wirklich gute Wert ist folgender: Die Besaitung wird nach einem bestimmten Spannungsverlust erneuert. Das ist aber nur dann möglich, wenn man den Spannungsverlusst auch misst. Der prozentuale Spannungsverlust kann sicher ebenso diskutiert werden. Ein guter Wert ist jedoch bei mehr als 20 – 25 % Spannungsverlust die Besaitung zu erneuern. Ist endlich das perfekte Tennisschläger gefunden, ändern sich die Eigenschaften schnell. Dem kann aber effektiv entgegengewirkt werden.

Härte des Saitenbetts und Besaitungshärte

Zunächst muss festgehalten werden, dass die Besaitungshärte ein Referenzwert ist, mit wie viel Kilogramm eine Tennissaite beim Besaitungsvorgang auf Vorspannung gebracht wird. Es ist nicht die Spannung, die tatsächlich im Schläger vorherrscht. Zum einen ist jede Saite im Rahmen unterschiedlich lang, bedingt durch die Ovale Form des Tennisschlägers. Werden alle Tennissaiten mit der gleichen Referenzspannung gezogen bei einer unterschiedlichen Länge, ist die resultierende Spannung jedes mal eine andere. Hinzu kommt, dass die Spannung abnimmt, sobald der Schläger fertig ist. Wurde ein Tennisschläger mit 25 KG besaitet, so kann dieser Wert bereits nach einer Stunde sich drastisch verringern.

Besaitungshärte wählen

Bei der Besaitungshärte haben Sie den Vorteil, dass Sie hier variieren können. Sie können ohne weitere Anschaffung einiges ausprobieren. Die Besaitungshärte ist dabei der dritte Bestandteil Ihres Tennisschlägers. Sie können dies bereits als Feintuning beachten. Auch wenn Sie hierbei stark variieren können, empfiehlt es sich zunächst bei Mittelwerten um ca. 25 KG zu beginnen. Danach kann gezielt das Saitenbett weicher oder härter gemacht werden, wenn Sie bestimmte Spieleigenschaften mehr hervorrufen möchten. Schaut man sich die Besaitungsdaten des letzten Wimbeldon Turniers von 2016 an, spielen mehr als 55 % der Herren und mehr als 68 % der Damen eine Besaitungshärte von 24 – 27 KG. Die Besaitungshärte lässt sich dabei nur schwer ohne Hilfsmittel kontrollieren. Haben Sie zwei identische Tennisschläger mit der gleichen Tennissaite und der gleichen Besaitungshärte, können Sie mit diesem einfachen Trick kontrollieren, ob sie identisch bespannt wurden. Achten Sie darauf, dass in keinem der beiden Schläger ein Dämpfer angebracht ist. Schlagen Sie mit einem Schlägers auf das Saitenbett des anderen Schlägers und wiederholen Sie das genau umgekehrt. Ist der Ton nahezu identisch können Sie davon ausgehen, dass die Tennisschläger identisch besaitet wurden. Eine weitere Möglichkeit ist natürlich das messen der Besaitung.

Nachmessen statt schätzen

Um die Besaitung rechtzeitig zu erneuern, kann die Besaitungshärte gemessen werden. Dies wird einmal unmittelbar nach dem Besaiten getan und hin und wieder nach einem Spiel. So wird der exakte Spannungsverlust festgestellt und es kann rechtzeitig darauf reagiert werden. So bleiben all die guten Spieleigenschaften erhalten.

Das Messen der Besaitung ist dabei längst kein Hexenwerk mehr. Es lässt sich einfach und von jedem Tennisspieler auch Zuhause durchführen. Die Überraschung ist, dass es nicht einmal ein teures Equipment erfordert. Die einfachste Möglichkeit ist dabei das Messen mit dem Smartphone.

Messen mit dem Smartphone

Sie können die Besaitungshärte ganz einfach und von Zuhause aus messen. Das ist zudem noch die kostengünstigste Variante. Sie müssen lediglich ein paar Euro in die passende App investieren und schon kann es losgehen. Wenn Sie ausschließlich diese Methode zur Messung der Besaitungshärte nutzen, liefert sie auch sehr zuverlässige Ergebnisse. Wird nach der Erneuerung einer Besaitung die Härte gemessen und später die Messung mit den gleichen Bedingungen wiederholt, so kann davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse sehr gut miteinander vergleichbar sind. Es kann sein, dass durch die falsche Wahl bestimmter Parameter, der Wert leicht von der reellen Besaitungshärte abweicht. Wenn Sie jedoch lediglich den Besaitungsverlust feststellen möchten, muss Sie das nicht weiter groß kümmern.

RacquetTune – Besaitungshärte

Raquet Tech ist die einzige App auf dem Markt, die das Messen mit dem Smartphone möglich macht. Nach der Installation wählen Sie Ihr Schlägermodell aus. Entweder aus der integrierten Datenbank oder durch Eingabe der Daten Ihres Tennisschlägers. Dann noch die passende Tennissaite auswählen und wie aus Geisterhand wird die Besaitungshärte durch ein leichten Schlag auf das Saitenbett gemessen. Aufgenommen werden dabei die Töne, die durch den Stoß entstehen. Die App erledigt den Rest. Anhand der Frequenzen der Töne und den Daten zu deinem Tennisschläger und Tennissaite errechnet die App die exakte Besaitungshärte.

Vorteil:

  • Kostengünstig

  • Historie verfügbar

  • iOS und Android verfügbar

  • Schlägermodell und Tennissaiten speicherbar

Besaitungsmessgeräte

Kostenintensiver sind spezielle Messgeräte zum Messen der Besaitung. Je nach Modell liefern diese jedoch sehr zuverlässige und exakte Ergebnisse. Unterschiedliche Modelle sind: miniSTT oder ERT 300 der Firma „BEERS“.

Qualitätskontrolle

Bei dem Besaitungsvorgang spielt auch die Qualtät der Arbeit eine wichtige Rolle. Es empfiehlt sich daher, egal ob Sie Ihren Tennisschläger zum Besaitgen geben oder dies selbst durchführen, die Qualität nach dem Besaiten zu kontrollieren. 4 Punkte, um die Qualität der Besaitung selbst feststellen

 

1. Unversehrtheit der Tennissaiten

Dies machen Sie durch eine Sichtprüfung. Schauen Sie sich die Tennissaite genau an, ob diese unversehrt ist. Das heißt sie darf weder geknickt, gequetscht oder angekerbt sein.

2. Unversehrtheit des Rahmen

Schauen Sie sich den Tennisrahmen genau an. Er darf nach dem Besaiten nicht mehr Kratzer haben, als er zuvor hatte. Dazu gehört auch, dass an dem Rahmen auch keine Markierungen aufgemalt werden.

 

3. Besaitungsmuster eingehalten

Jeder Tennisschläger hat ein eigenes Besaitungsmuster. Das Besaitungsmuster gibt an, welche Ösen für die Längs und welche für die Quersaiten vorgesehen sind; in welcher Reihenfolge und mit wie vielen Knoten der Tennisschläger besaitet werden soll. Dabei hat der Schlägerhersteller das Besaitungsmuster genau ausgearbeitet und das sollte auch in den allermeisten Fällen exakt eingehalten werden. Die Besaitungsmuster können nahezu von allen Herstellern als PDF heruntergeladen werden.

4. Knoten

Um die Besaitung abzuschließen müssen die Tennissaiten verknotet werden. Die Knoten sollten dabei fest am Rahmen sitzen. Es gibt zudem unterschiedliche Knoten, die je nach Bedarf mehr oder weniger geeignet sind. Ein wichtiges Kriterium bei den Knoten ist zudem, dass die letzte Tennissaite nicht zu viel an Spannung verloren hat. Es gibt zwei unterschiedliche Methoden um die Spannung auch bei der letzten Saite konstant zu halten. Zum einen kann die Saite mit einem Spezialwerkzeug, einer Ahle geklemmt werden oder die letzte Saite wird mit 10-20% mehr an Gewicht bespannt. Wurde beides nicht berücksichtigt, hat die letzte Tennissaite zu wenig Spannung.

Hybridbesaitung

Das Wort Hybrid bezieht sich auf etwas gekreuztes oder Vermischtes. Genauso ist es auch bei einer Hybridbesaitung. Bei einer Hybridbesaitung handelt es sich also nicht wie oft beschrieben um eine Art von Tennissaite. Stattdessen wird für die Besaitung eines Tennisschlägers anstatt einer, zwei unterschiedliche Tennissaiten verwendet. Bei dieser Besaitungsart wird eine Tennissaite als Längs – und eine andere Tennissaite als Quersaite verwendet. Eine Hybridbesaitung ist auch bei den Profis sehr beliebt. So werden oft Naturdarmsaiten mit Kunststoffsaiten kombiniert. Im Normalfall reißt zuerst die Längssaite, weil sie sich stärker bewegt und sich an der Quersaite abreibt. Mit einer Hybridbesaitung kann so die Lebensdauer einer Besaitung verlängert werden. In der Regel wird eine haltbare Tennissaite für die Längssaiten gewählt. Als Ausgleich dafür, wird für die Quersaiten eine nicht so haltbare, dafür aber elastischere Saite gewählt. Sie können dabei jede beliebige Tennissaiten miteinander kombinieren. Es stehen also viele verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

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